Stellungnahme unserer Vorsitzenden Silke Warneke

Liebe Mitglieder des Cocker Club Deutschland e.V,

 

nachdem in den letzten Tagen, Wochen und Monaten in unserem Club die Wogen teilweise sehr hoch schlagen, habe ich mich entschlossen Ihnen eine kurze Stellungnahme zu einigen Ereignissen der letzten Zeit zu geben.

 

Was war oder ist passiert?

Im letzten Herbst kontaktierte mich eine Dame, als Sprecherin einer Gruppe und fragte an, ob es möglich sei im CCD mit Working Cocker Spaniel zu züchten. Die Mitglieder dieser Gruppe, überwiegend Hundesportler, benötigen für die Teilnahme an den entsprechenden Turnieren eine FCI anerkannte Ahnentafel.

Auf meine Frage, über welche Ahnentafeln oder Abstammungsnachweise diese Hunde verfügen, erklärte sie mir dass alle diese Working Cocker Spaniel über einer ganz normalen Ahnentafel für Englisch Cocker Spaniel verfügen. Die Ahnentafeln sind vom Englischen Kennelclub, vom Raad van Beheer, vom Dansk Kennel Club oder dem Schwedischen Kennelclub ausgestellt, also haben alle eine FCI anerkannte Ahnentafel.

 

Auf meine, dann etwas verblüffte Frage wo denn das Problem sei, antwortete sie mir, dass sie seit 3 Jahren vergeblich versuchen würde, mit diesen Cocker Spaniel in einem deutschen Spaniel Zuchtverein unter zu kommen. Beim Jagdspaniel Klub, sowie beim Spaniel Club Deutschland hätte Sie nur Absagen erhalten.

Diese Absagen konnte ich nicht nachvollziehen, weil Spaniel mit einer FCI / VDH anerkannten Abstammung/Ahnentafel grundsätzlich ins Zuchtbuch der betreuenden Rassehund Zuchtvereine (auch im Jagdspaniel Klub und im Spaniel Club Deutschland) aufgenommen werden müssen.

Wie dann die einzelnen Vereine in ihren Zucht- und Eintragungsbestimmungen mit Zuchtzulassungen und möglichen Zuchtpapieren für Hunde, die außerhalb dieser Zucht und Eintragungsbestimmungen geboren werden, umgehen, ist wohl in den Vereinen unterschiedlich geregelt. Gleich ist aber bei allen Spaniel Zuchtvereinen, dass diese Spaniel Registerpapiere bekommen.

 

Im Cocker Club Deutschland e.V. ist das in der Zuchtordnung unter §38 Abteilung des Zuchtbuches geregelt.

Zurzeit ist dieser Regelung zu entnehmen, dass bei Würfen, bei denen ein Elternteil z.B. keine Zuchtzulassung hat oder auch den Formwert „SG“ nicht vorweisen kann, die Welpen in Abteilung 1 a Register eingetragen werden und einen vorläufigen Zuchtausschluß erhalten. Die Ahnentafeln erhalten den Vermerk: „Wurf gegen die Zuchtordnung des CCD e.V.“.

Mit diesen Ahnentafeln ist aber der Hundebesitzer jederzeit berechtigt, nationale und internationale Ausstellungen zu besuchen und natürlich auch an entsprechenden Hundesportveranstaltungen sowie sonstigen Leistungsprüfungen teil zu nehmen.

 

Da der Cocker Club Deutschland e.V. seit seiner Gründung ein Verein für Züchter war und ist, habe ich, natürlich nach Absprache mit dem Vorstand und der Zuchtkommision, überhaupt kein Problem darin gesehen, das diese Cocker Spaniel Besitzer, die sich mit Zuchtabsichten tragen, eine Mitgliedschaft im Cocker Club beantragen können.

Zu den Zuchtmöglichkeiten kann ich nur sagen, das alle Cocker Spaniel natürlich unsere Zucht und Eintragungsbestimmungen erfüllen müssen. Bei der Beurteilung, anlässlich einer Zuchtzulassung im Cocker Club Deutschland e.V., ist keine formwertliche Einteilung vorgesehen und war es auch noch nie.

Für die Erteilung einer Zuchttauglichkeit im Cocker Club Deutschland sind, entsprechend unserer Satzung, ausschließlich nur die Vorgaben des FCI Standard Nr.5 Englisch Cocker Spaniel verbindlich und anzuwenden.

 

Der 2012 durch den Englischen Kennel Club geänderte Standard macht deutlich Aussagen darüber, dass die arbeitenden Cocker Spaniel zu diesem Standard gehören, genau wir die Cocker Spaniel im Ausstellungstyp. Dass die einzelnen Rassemerkmale für beide im Standard benannte Typen anzuwenden sind und das Abweichungen von diesen Merkmalen als Fehler angesehen werden sollen, dessen Bewertung, im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung, zu stehen hat und ob und wie dieser Fehler Einfluss auf die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Fähigkeit, die rassetypische Arbeit zu erbringen, hat.

 

Der Cocker Club Deutschland e.V. ist, was die Anwendung dieses Standards angeht, schon bei einer anderen Änderung des FCI Standard Nr. 5 im Jahr 2012 eigene Wege gegangen. Wir empfehlen keine Zucht der Farbe Zobel, verbieten sie aber auch nicht. Wir sind ein Club für Züchter.

 

Das der Formwert SG anlässlich einer Ausstellung zu erbringen ist, ist zurzeit ebenfalls noch eine Voraussetzung zum uneingeschränkten Zuchteinsatz im Cocker Club Deutschland.

Ich möchte an dieser Stelle nur der Ordnung halber einmal darauf hinweisen, dass es nach dem begehrten „Vorzüglich“ eben auch noch die Noten „Sehr Gut“, „Gut“ und „Genügend“ gibt.

Ich sah im Herbst letzten Jahres und auch heute keinen Grund diesen, im Standard verankerten Cocker Spanienl im Arbeitstyp, die Möglichkeit zu verweigern, entsprechend unserer Zucht und Eintragungsbestimmungen, in das Zuchtbuch des Cocker Club Deutschland e.V. importiert zu werden und auch für deren Nachzucht Ahnentafeln auszustellen.

 

Auch habe ich bis jetzt keinen Grund dafür gesehen Sie, liebe Mitglieder, umfassend über die, oben beschriebene Vorgänge zu informieren, weil es für mich ganz normale Geschäftsabläufe in der Mitgliederverwaltung sind/waren.

Es wurden einfach seit Herbst 2018 neue Mitglieder aufgenommen, die mit Hunden kommen, mit denen sie züchten möchten, nicht mehr und nicht weniger.

Ob mit den Hunden dieser Neumitglieder in unserem Verein gezüchtet werden kann, wird sich zeigen, denn auch diese Hunde müssen die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen.

 

Und an wen ein Züchter seinen Welpen abgibt und was dann dieser neue Hundebesitzer mit seinem Cocker Spaniel macht, ob er mit ihm Ausstellungen besuchen möchte, ob er mit ihm Hundesport machen möchte, ob er mit seinem neuen Hund zur Jagd geht oder ob er einfach einen Familienhund haben möchte, das kann der Cocker Club Deutschland e.V. wohl nicht beeinflussen.

 

Wie schon gesagt, für mich waren und sind das ganz normale Geschäftsabläufe, die seit 40 Jahren im Cocker Club Deutschland e.V. Gang und Gäbe sind. Dieser Club stand und steht für mich schon immer als Zuhause für Züchter, die sich in anderen Vereinen nicht mehr wohlfühlen oder dort nicht willkommen sind.

 

Dies war übrigens ein gewichtiger Grund warum Wilhelm Lehmkuhl diesen Verein, den Cocker Club Deutschland e.V., vor 40 Jahren gegründet hat.

 

Wenn Sie für sich die Notwendigkeit nach weiteren Informationen sehen und Ihnen diese Stellungnahme nicht aussagekräftig genug war, bitte zögern Sie nicht mich direkt an zu sprechen.

 

 Silke Warneke

 

1.Vorsitzende Cockerclub Deutschland e.V.
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